Warum es von Vorteil ist sympathisch zu sein und von Vorteil andere als sympathisch zu erleben

Sympathie für einen Menschen ist oft schwer zu erklären und die Kategorisierung und Zuteilung zu sympathisch oder unsympathisch läuft sehr oft automatisch ab. Dennoch haben wir großen Einfluss darauf, wen wir als sympathisch wahrnehmen und wen nicht. Es ist jedoch von Vorteil, wenn wir alles daransetzen, eine Person als angenehm und sympathisch zu finden.

Warum ist das Empfinden von Sympathie für unser Gegenüber so wichtig für uns selbst?

Es hat viele persönliche Vorteile. Dabei ist der Blickkontakt von entscheidender Bedeutung. Die Dauer eines Blickkontaktes bei einem sympathischen Menschen ist viel länger als bei einem unsympathischen. Das hat zur Folge, dass unsere Pupille beim Betrachten eines sympathischen Menschen größer ist als beim Betrachten einer Person, die wir als unsympathisch bewerten. Die Pupillenvergrößerung lässt uns viel attraktiver und sympathischer für andere aussehen. Weiters bevorzugt man in der Nähe einer sympathischen Person eine geringere räumliche Distanz, da das Annäherungsverhalten größer ist als das Vermeidungsverhalten. Auch unterhält man sich mit einer sympathisch bewerteten Person öfter und länger.

Sich als eine sympathische Person zu präsentieren, hat aber auch einige Vorzüge.

Wie die Forschung zeigt, sind sympathische Menschen einflussreicher als unsympathische. Soziale Verstärker wie Lob und Anerkennung einer sympathisch bewerteten Person bewirken einen schnelleren Lernprozess. Außerdem werden positiv bewertete Personen häufiger imitiert als negativ oder neutral bewertete. Kritik von sympathischen Personen wird eher akzeptiert und internalisiert. Somit sind positiv bewertete Menschen erfolgreicher bei Überredungsversuchen und Einstellungsänderungen.

Entstehung von Anziehung und Sympathie

Anziehung und Sympathie entstehen vorwiegend durch Ähnlichkeit und Nähe, aber auch durch gegenseitige Zuneigung und physische Attraktivität. Gleiche Einstellungen und ähnliche Interessen verbinden Menschen genauso, wie man die Menschen sympathischer findet, denen man oft begegnet und öfter Kontakt hat. Aus Studien geht hervor, dass Menschen eher meistens mit Bewohnern in unmittelbarer Nähe befreundet waren, als mit jenen, die ihre Wohnungen oder Häuser weiter weg hatten. Durch oftmalige Begegnungen entwickelt sich Vertrauen zwischen Menschen, unabhängig davon, ob die Person überaus freundlich ist oder nicht. Dies betrifft sehr wohl die physische Nähe, als auch die psychologische und funktionale.

Mere-Exposure-Effekt

Dies entspricht dem Mere-Exposure-Effekt, die Erkenntnis, dass wir umso eher dazu neigen, einen Reiz zu mögen, je mehr wir diesem Reiz ausgesetzt sind. Jedoch bei von vornherein erlebter starker Abneigung gegen eine Person, verstärkt sich die Abneigung durch mehrmaligen Kontakt noch eher.

Der Spruch „Gegensätze ziehen sich an“ klingt verführerisch und aufregend,

bewahrheitet sich jedoch nur

für kurzfristige Beziehungen oder befriedigt eher Abenteuerlust.

 

Photo by Anthony Ong/DigitalVision / Getty Images
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