Macht Geld glücklich....?

In meiner Studienzeit wurde ich mit zwei anderen Kolleginnen der Erforschung des Themas "Macht Geld glücklich?" betraut. Diese Frage ist natürlich nicht so einfach zu beantworten, aber um eine kurze Antwort in der Einleitung darauf zu geben. "Ja, Geld macht glücklich, aber nicht ausschließlich!!!"

Aus dieser Arbeit ging jedoch auch hervor, das das größere Glück aus zufriedenstellenden Beziehungen resultiert. Soziale Beziehungen erfüllen uns am Meisten, wenn Sie klappen, bescheren uns aber auch das größte Leid, wenn nicht. Deshalb sollten wir uns nicht nur um unsere finanzielle Sicherheit kümmern, sondern auch daran arbeiten wie soziale Beziehungen zufriedenstellend gepflegt werden und zu Wohlbefinden und Glück führen können.

Dieser Ausschnitt aus dem Buch "Wie man Dinge nicht mehr so persönlich nimmt" von Tim Schlenzig, zeigt auf, mit welchen zwischenmenschlichen Problemen viele tagtäglich zu tun haben und vor allem , dass man fälschlicherweise vieles viel zu persönlich nimmt und manches gar nichts mit dem Gegenüber zu tun hat.

Leseprobe aus dem Buch "Wie man Dinge nicht mehr so persönlich nimmt" von Tim Schlenzig

Das Leben könnte so einfach sein, wenn es nur nicht so schwer wäre. Wenn

wir verschont blieben von all den Ärgernissen, Enttäuschungen und

Verletzungen, die die Tage zupflastern und die Nächte aufreißen, sie

unschlafbar machen, uns daliegen lassen, als hätten wir keine Augenlider.

Wenn wir uns nicht herumschlagen müssten mit denen, die uns ignorieren

oder verspotten, kritisieren oder belügen, die nicht für uns da sind, auf

einmal lieber ohne uns sind, oder gegen uns sind.

Viele unserer größten und häufigsten Herausforderungen und Schmerzen

haben mit anderen Menschen zu tun.

Kinder, die auf jeden hören, nur nicht auf ihre Eltern. Eltern, die sich um

alles kümmern, nur nicht um ihre Kinder. Freunde, die jedem Bescheid

sagen wegen dieser Party, nur uns nicht. Freunde, die doch keine sind, die

uns ausgerechnet in schwersten Zeiten im Stich lassen oder hinter unserem

Rücken lästern. Unzählige, die unseren Geburtstag vergessen. Frauen, die

sich scheiden lassen, weil wir nicht mehr aufregend genug sind, nach

zwanzig gemeinsamen Jahren. Männer, die ihre Köpfe wie Uhus drehen

können, sobald eine schicke Frau vorbeischlingert, sogar wenn wir dabei

sind, aber uns schon ewig nicht mehr angeschaut haben, nicht so. Frauen

und Männer, für die wir uns den ganzen Abend in die Küche stellen und die

das anscheinend für selbstverständlich halten, es ist schwer, ein Rülpsen als

Danke zu deuten. Frauen und Männer, die wir toll finden, und die statt einer

Telefonnummer nur ein lautes Lachen für uns haben, wenn wir uns

überwinden und sie ansprechen.

Kunden, die uns abziehen, uns nicht bezahlen, obwohl wir alles für sie

gegeben haben und obwohl sie wissen, wie dringend wir dieses Geld

brauchen, das uns zusteht. Webseiten und Praxen, die wir liebevoll

gestalten, und für die sich niemand interessiert. Manuskripte und

Bewerbungen, auf die niemand reagiert, als wären sie Luft, als wären wir

Luft. Kollegen, die uns erst in den Hintern kriechen und dann treten, wenn

es um die nächste Beförderung geht. Chefs, die uns wie Maschinen oder wie

Dreck behandeln. Unternehmen, in denen jemand gefeuert werden muss,

und dieser jemand sind wir.

Fremde überall, die einen blinden Krieg gegen jede Freundlichkeit zu

führen scheinen. Fremde auf den Straßen, die uns erst die Vorfahrt und dann

den Parkplatz nehmen. 

Das alles kann einen schon ziemlich beuteln. Manches mehr, manches

weniger.

Inzwischen weiß ich, dass es sehr wohl möglich ist, die Dinge nicht mehr so

persönlich zu nehmen. Und dass man dazu weder eine spezielle

teflonbeschichtete DNA braucht, noch das Glück, eingeweiht zu werden in

ein seit Jahrhunderten nur an wenige Auserwählte überliefertes Geheimnis.

Alles, was es braucht, ist eine neue Sicht auf die Welt und auf die

Menschen. Sowie etwas Übung, bis wir diese neue Sicht verinnerlicht

haben.

Stell Dir vor, wie viel leichter das Leben wird, wenn wir bei uns bleiben,

uns gesund abgrenzen können, wo uns sonst so Vieles nah ging

Photo by foun/iStock / Getty Images
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