Embodiment - Die subjektive Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage in Verbindung mit Körperstabilität

Zusammenfassung der Forschungsarbeit von Ursula Theresia Fuhrmann / 2015

Intelligenz wird meist an Raumvorstellungs-, Wissens- oder Merkfähigkeitstests gemessen und der Körper dabei meist außer Acht gelassen. Woher kommt die Vorstellung, dass das Gehirn, die oberste Kommandozentrale, als Steuerung für den ganzen Menschen verantwortlich ist und alles andere, was darunter liegt, meist vernachlässigt wird? Diese Trennung zwischen Körper und Geist ist eine Weiterführung der alten, propagierten Trennung von Leib und Seele aus dem Altertum (Storch, Cantieni, Hüther, & Tschacher, 2011). Der Einfluss des Körpers auf Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen wird vor allem im alltäglichen Leben großräumig unterschätzt (Vignemont de, 2010). Embodiment ist ein Begriff aus den Kognitionswissenschaften und beschreibt die Verbindung von Körper und Geist. In diesem Zusammenhang sind auch die Begriffe „Embodied cognition“ bzw. „verkörperte Kognition“ aus der Literatur bekannt. Embodiment geht davon aus, dass Intelligenz kein für sich allein stehendes abstraktes Konstrukt ist, sondern durch physisches – körperliches Wissen beeinflusst wird (Ziemke, 2001). Zahlreiche Studien zu Embodiment beschäftigen sich mit der Auswirkung physischer Erfahrungen auf Präferenzen, Entscheidungen und Urteile. Diese Arbeit soll die bestehenden Erkenntnisse erweitern und beschäftigt sich mit physischer Instabilität und deren Einfluss auf die Einschätzung der subjektiv wahrgenommenen Wirtschaftslage hinsichtlich ihrer Stabilität bzw. Instabilität. In Anlehnung an die Studie von Kille, Forest & Wood (2012) wurde in zwei Studien erforscht, inwieweit Körperstabilität mit der Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage in Verbindung gebracht werden kann. Es konnte in der vorliegenden Arbeit vor allem gezeigt werden, dass es Unterschiede in der affektiven bzw. kognitiven Bewertung in Verbindung mit der Körperlage gibt und dass der Mensch nicht ausschließlich rational dominiert wird, sondern auch emotionale Erfahrungen, die in der vorliegenden Untersuchung über physische Manipulation hergestellt wurden, unbewusst in Einschätzungen einfließen können.

Zum Artikel:

https://www.researchgate.net/publication/294535417_Embodiment_-The_subjective_assessment_of_the_current_economic_situation_in_conjunction_with_body_stability_Ursula_Theresia_Fuhrmann_University_of

b4business/Ursula Theresia Fuhrmann/2015

Photo by Violka08/iStock / Getty Images
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