Gesundheitsförderung - Arbeit im Alter

Lange Zeit wurde Altern mit einem Verlust der Leistungsfähigkeit gleichgesetzt. Dieses Defizitmodell des Alterns ist laut WKO längst überholt und wissenschaftlich widerlegt.

Auch die Frühpensionierungspolitik ist weit überholt und basierte auf einem breiten Konsens unterschiedlicher Interessen. Das Ziel war nicht eine Leistungsminderung der betroffenen ArbeitnehmerInnen, sondern eine Umstrukturierung. (vgl. Maintz 2004, 41). Dies erschwerte jedoch die Auseinandersetzung mit alternden Belegschaften. Hier besteht nun Aufholbedarf

Das Defizitmodell des Alterns ist somit veraltet. Es trifft zwar zu, dass physische Leistungsfähigkeit im Alter abnimmt, jedoch gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten physisch und psychisch fit zu bleiben. Somit können physische und psychische Abbauprozesse verlangsamt oder sogar ganz vermieden werden.

Dem Defizitmodell des Alterns entgegen zu wirken, besteht in Unternehmen die Möglichkeit den Mitarbeitern Programme zur Verfügung zu stellen, die die physische und psychische Gesundheit gleichermaßen fördern.

Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Alter und der Arbeitsbewältigung gibt: Ältere ArbeitnehmerInnen haben sich als gleichermaßen produktiv und professionell wie jüngere ArbeitnehmerInnen erwiesen. (vgl. Ilmarinen 1999, 171-172).

Das Haus der Arbeitsfähigkeit von Juhani Ilmarinen (2007)

4 Stockwerke des Hauses

- Gesundheit des Individuums, Kompetenz, Werte und Arbeit 

Das Ziel ist es, Maßnahmen zu setzen, die einen längeren Verbleib im Arbeitsleben ermöglichen.

Konzept zur Verbesserung bzw. Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit nach Juhani Illmarinen:

 4 Handlungsfelder

- das Individuum, mit seinen Fähigkeiten und seinem gesundheitlichen Zustand, die Arbeitsumgebung, die Führungsorganisation, die professionelle Kompetenz

Sind diese vier Handlungsfelder ausgeglichen, verfügt das Unternehmen über eine gute Arbeitskultur, kann damit gleichermaßen der Erhalt der Arbeitsfähigkeit Älterer wie auch Jüngerer gesichert werden. Damit ergeben sich folgende Voraussetzungen:

- Sicherung von hoher Produktivität und Qualität der erbrachten Arbeit

- Wohlbefinden und hohe Lebensqualität der MitarbeiterInnen

- Möglichkeiten der MitarbeiterInnen für einen sinnvollen und produktiven Lebensabend

Dieses Förderungsmodell kommt nicht nur den älteren MitarbeiterInnen, sondern gleichermaßen auch den jüngeren zugute.

Passen sich die Arbeitsbedingungen dem Älterwerden der Erwerbstätigen nicht an, führt dies zu Produktivitätsverlusten durch "innere Kündigung bzw. Pensionierung", Anstieg von erschöpfungsbedingten Krankheiten und schleichenden sozialen Ausschluss älterer, leistungsfähiger Menschen.

Prävention ist eine nachhaltige, sinnvolle Investition, die sich leicht über Jahre nachweisen lässt. Unserer Gesundheit werden wir uns oft erst bewusst, wenn sie abnimmt, sich Beschwerden einstellen oder Krankheiten ankündigen. Bis dahin wird es als selbstverständlich angesehen, gesund zu sein.

Jedoch gilt die Empfehlung der Gesundheitsförderung nicht nur für Unternehmen, sondern es sollte auch in jeder Person selbst der Anspruch vorhanden sein, so lange wie möglich fit und einsatzfähig zu sein. Die Chancen werden dabei erhöht, auch im Alter einer zufriedenstellenden Tätigkeit nachzugehen und somit das Leben bis ins hohe Alter lebenswert zu gestalten.

B4BUSINESS AUF PRÄVENTION

Gesundheit ist ein wichtiger Baustein, um biopsychologisches Wohlbefinden bis ins Alter zu erleben und ein wichtiger Baustein für die Motivation auch im Alter mit Freude und Engagement leistungsfähig zu bleiben.