Lebendig oder bequem?

Warum bleiben Menschen in Beziehungen, die nicht mehr lebendig sind? Warum bleiben Menschen in einem Job, der ihnen nicht gefällt oder guttut? Warum hat man ständig die Gier nach Neuem, wenn es aber um Veränderung geht, scheuen viele diese wirklich durchzuziehen. Ich höre immer wieder, dass es so anstrengend sei.

Das Sicherheitsbedürfnis der Menschen

Wir Menschen haben ein hohes Sicherheitsbedürfnis. In der Maslowschen Pyramide befindet sich die Sicherheitsstufe an 2. Stelle. Wir können uns Sicherheit kreiren, um das Gefühl zu haben sicher zu sein. Ist es aber wirklich sicher? Ängste sind oft dafür verantwortlich, die uns in alten eingefahrenen Mustern, Denkweisen und auch Lebensformen verharren lassen, die eigentlich nicht mehr passen. Anstatt sich mit den Ängsten oder auch den Herausforderungen zu stellen, häufen wir Geld, Besitztümer, Beziehungen, Wissen und noch mehr vermeintliche Dinge an, die uns glauben lassen, dass wir sicher seien.

Sich den Herausforderungen stellen

Um nicht in eine Sensation Seeking der BIG5 zu fallen, weil der Alltagstrott mich zu tode langweilt, ist die Lösung sich mit allen Facetten auf das Leben selbst voll und ganz einzulassen. “Das Leben ist die beste Therapie”, wenn man sich darauf einlässt. Begegnungen, Herausforderungen, jede Situation, jede Schwierigkeit ist ein Wink des persönlichen Lebens, sich mit Themen auseinanderzusetzen, um immer mehr zu seiner persönlichen Essenz, zu seinen Potentialen und zu seinem Leben zu kommen. Mit alledem was dazugehört.

Abwehrmechanismen und Kompensationen

Wir neigen oft dazu unangenehme Dinge schnell weghaben zu wollen und zu kompensieren nur um sich nicht mit den eigenen Lernthemen auseinandersetzen zu müssen. Anstatt auch emotionale Herausforderungen oder Auseinandersetzungen als positives Aufrütteln zu verstehen und zu nützen zu reflektieren und eine neue Sichtweise zu finden. Das Unangenehme mit angenehmen Dingen zu kompensieren, kann auf Dauer auch anstrengend sein und ein Defizit in einem Lebensbereich zur Folge haben.

Alles hat Sinn und nichts was uns begegnet ist sinnlos

Nach Viktor Frankl kann in jeder Begegnung, in jeder Situation, in jedem Ereignis, der Klient einen Sinn für sich finden. Nichts ist sinnlos was in unser Leben eindringt bzw. an uns herankommt. Dies zu nützen, um sich damit wieder auseinanderzusetzen oder manchmal auch die Herausforderung einen Sinn darin zu sehen, ist eine Chance wieder den nächsten Schritt in seiner Persönlichkeitsentwicklung zu gehen.

Zuviel Bequemlichkeit macht träge

Nehmen wir das Beispiel vom Stuhl. Habe ich einen Stuhl, der Rückenlehne, Armlehnen und eine Kopfstütze hat, dann vertraue ich dem Stuhl mein ganzes Gewicht an und mein Körper wird automatisch inaktiv und wird vom Stuhl getragen. Das Problem ist, dass der Körper mit der Zeit schlapp und faul wird und in eine unnatürliche Schlappheit verfällt. Richte ich meinen Körper auf und sitze frei ohne jegliche Anlehung, dann ist der Körper aktiv: Rückenstrecker und Bauchmuskeln müssen sich anspannen, sodass der Körper sich selbst trägt.

Genauso ist es im Alltag. Gewisse Bequemlichkeit ist schön und gut, aber zu viel lässt uns faul und träge werden. Und nicht nur körperlich sondern auch psychisch, geistig und seelisch. Wir stumpfen in gewissen Dingen mit der Zeit ab und lassen die Chance Herausforderungen anzunehmen und daraus zu wachsen, links liegen.

Übung: Beobachten Sie sich in welchen Situationen ihre persönliche Bequemlichkeit überwiegt!

Anstatt die Situation zu ergreifen und sich damit zu konfrontieren, um zu sehen, welcher persönliche Sinn dahinterstecken könnte.

Vor allem was Sie daraus lernen könnten, um in ein noch erfüllteres Leben zu kommen und zwar in allen Lebensbereichen!

Mag. Ursula Fuhrmann, Beratung & Coaching, Dipl. Psychologin, LSB i.A. unter Supervision, 1130 Wien

Foto: Peter Conian

Foto: Peter Conian

FLOW ist Ordnung im Bewusstsein

Fließt es eigentlich wirklich in unserem Leben?

Vor einigen Jahren schrieb ich den Artikel für die HR-Web Seite als Gastautorin. Ich finde ihn heute immer noch sehr gut. Vor allem sich wieder daran zu erinnern. Ich habe ihn jedoch um die Methode erweitert, denn b4business entwickelt sich immer weiter!

Fachartikel

Wir sind alle im Flow – denken wir, wenn wir einen Termin nach dem anderen haben, lückenlos beschäftigt sind, ständig unterwegs und kaum zum Nachdenken kommen. Wir sind im Fluss des Lebens, getrieben in einem Strom der Generalisierung und der Gleichheit. Gleich im Sinne, wir möchten alle das machen, was schnell und viel Geld bringt, was Ansehen bringt und den Status hebt. Dann denken wir dazuzugehören und anders und besser zu sein als andere.

Ist es nicht jedoch genau das Gegenteil?

Viele machen einen Job, der anstrengend ist, der ihrem Naturell und Potenzial gar nicht entspricht und wundern sich, warum er mehr Distress als Eustress erzeugt und trotzdem nicht, wie bei anderen, zum erhofften Erfolg führt. Sie quälen sich täglich in ihrem Job und benötigen viele ausgleichende Ressourcen, die dies wieder wettmachen.

Wir sind gehetzt und lustlos, unser Körper versteift sich, wird ungelenkig und hart; so auch unser Charakter und unser Umgang mit anderen Menschen. Unsere gesamte Harmonie des Körpers und der Psyche ist alles andere als im Fluss.

Was bedeutet es nun „im Flow sein“?

Unter Flow versteht man die völlige Hingabe und das Aufgehen in einer Tätigkeit. Der Fokus liegt in der Gegenwart und ist nicht auf das Endziel gerichtet, sondern im Augenblick des Tuns und des Erlebens. Die Belohnung liegt in der Tätigkeit selbst ohne das Streben und der Erwartung danach. Das Raum- und Zeitgefühl verändert sich und die Konzentration steigt in natürlicher Form an. Die Person im Flow wächst über sich hinaus und geht voll und ganz in ihrer Aufgabe und im Augenblick auf. In vollkommener Präsenz der Tätigkeit zugetan, bewirkt es Höhenflüge und ekstatisch ähnliche Zustände, fern von jeglicher Befriedigung von Egobedürfnissen (M. Csikszentomihalyi, Flow im Beruf). Negative Empfindungen und Gefühle wie Neid, Eifersucht, Unsicherheit und Zweifel usw. finden hier keinen fruchtbaren Boden.

Jede Tätigkeit und Handlung, die mit der vollkommenen bewussten Aufmerksamkeit, mit dem persönlichen Potenzial aus sich heraus getätigt wird, kann zu einem Flow Zustand führen und in dauerhafte Befriedigung führen.

Der Körper als „Spiegel“ des Möglichen

Durch Selbstbeobachtung der Reaktionen des Körpers in den verschiedensten Situationen, erhält man Aufschluss darüber, was Anspannung, Krämpfe oder Unbeweglichkeit beschert. Das kann z.B. im Arbeitsalltag eine beliebige Situation, eine Reaktion oder auch eine Handlung uvm. sein, in der sich ein Körperteil verspannt, verkrampft oder in Starrheit verfällt. Um solche Regungen des Körpers sich bewusst machen zu können bedarf es einer hohen positiven Selbstaufmerksamkeit und ein gutes Körpergefühl, um sich dessen bewusst zu sein und in weiterer Folge in Bezug zu setzen. Vor allem unsere Gelenke, die unseren Körper beweglich halten und uns ausbalancieren sind ein wichtiger Teil davon, wahrzunehmen, was uns in unserer persönlichen Freiheit zu sehr einschränkt und letztendlich in eine Starrheit und persönliche Unfreiheit führt.

Wie komme ich in den „Flow“?

Der erste Schritt zum Flow ist das Erlernen eigener Körperreaktionen in Verbindung mit Situationen und Handlungen wahrzunehmen. Dies erfordert bewusste Selbstaufmerksamkeit im Hier und Jetzt  und den entsprechenden damit verbundenen Situationen. Zu Beginn ist es empfehlenswert, sich vorerst bei einfachen Tätigkeiten (wie z.B. In Smalltalks, am Computer oder beim Mittagessen mit Kollegen) zu beobachten und in späterer Folge erst in komplexen und hochgradig verantwortungsvollen Situationen (Verhandlungen, Diskussionen, Strategiesitzungen o.ä.). Gelingt es, die körperliche Anspannung wahrzunehmen und den Kontext mit einer Situation herzustellen, kann im nächsten Schritt entweder die Anspannung fallen gelassen oder die Situation verändert werden.

Die Methode “Bodyreflections”

Die Methode Bodyreflections unterstützt dabei, die eigenen Gewohnheiten und Muster sich bewusst zu machen. Dies erfolgt sowohl auf der körperlichen als auch auf der psychischen, mentalen Ebene. Dies ist in einem geschützten Rahmen mit einem Bodyreflections Trainer leichter möglich als in Selbstbeobachtung. Vor allem am Beginn des Prozesses. Jede Person ist sehr gefangen in ihren eigenen Denkmustern und Gewohnheiten, dass es oft schwierig ist diese aus sich selbst heraus zu erkennen. In späterer Folge gibt es mehr Bewusstsein für seine Tätigkeiten und den Zusammenhang körperlicher Dysbalancen, sodass es positive nachhaltige körperliche als auch psychische Veränderungen gibt. Gut einsetzbar bei körperlichen Beschwerden, Stressthemen und allgemeinem Unwohlsein.

Flow Erlebnisse steigern

Ziel ist es, zu erkennen welche Tätigkeiten, Aufgaben, Gespräche oder im größeren Sinne berufliche Situation für persönliches Wachstum und vollem Einsatz für mich letztendlich geeignet sind. So kann die Anzahl der Flow Erlebnisse gesteigert werden und den Großteil meines Alltags einnehmen. Letztendlich führt dies zu mehr Zufriedenheit, Ausgeglichenheit und zu einer harmonischen Umgebung.

Aus meiner langjährigen Erfahrung weiß ich, dass körperliche Beschwerden nur durch blosses Training nachhaltig nicht verändert werden können. Es spielt immer das Alltagsverhalten (wie gehe ich mit den Dingen um) und auch die Einstellung zu den Dingen eine große Rolle. Mit Bodyreflections werden auf beiden Ebenen (Körper & Psyche) positive Veränderungen erzielt.

Gastautorin: Mag. Ursula Theresia Fuhrmann, Sozial- und Wirtschaftspsychologin, Founderin von Bodyreflections, Pilates Personal Trainerin www.b4business.at

Nach meinem dritten Bandscheibenvorfall wurde mir Pilates als unterstützende Aktivität empfohlen, um meine Rückenmuskulatur besser aufzubauen und zu stärken. Ich entschloss mich dann, nachdem ich es ein Jahr lang praktizierte, eine Pilates Ausbildung nach P.M.A. (Pilates Method Alliance) zu absolvieren. Im Jahr 2007 begann ich dann im eigenen Studio Pilates Matte und Geräte zu unterrichten. Ich merkte bald, dass meine Arbeit sich nicht nur auf Körpertraining im engeren Sinne beschränkt, sondern, dass es vielmehr vermag als eine mechanische Abfolge von Übungssequenzen auszuführen. Das Unterrichten von vielen verschiedenen Menschen, persönlichen Erfahrungen mit der Alexander-Technik und der Auseinandersetzung mit Embodiment aus der wissenschaftlichen Psychologie brachten mich dazu, mit „Bodyreflections“ ein neues Körperprogramm zu entwickeln, wo Psyche & Körper in eine Einheit kommen können.

Sodass es in unserem Leben besser fließe

https://www.b4business.at/praxis1130-angebote

Foto: Samuel Austin

Foto: Samuel Austin

Arbeit und die Auswirkung auf den Selbstwert

Wenn Menschen an Ihre Arbeit denken - denken sie oft an Anstrengung, Schwere und ein notwendiges Übel. In seltensten Fällen freuen sich arbeitende Menschen auf den nach dem Wochenende folgenden Arbeitsmontag. Warum ist das so und muss es so sein?

Arbeit und menschliches Selbst

Joachim Bauer beschreibt die Arbeit, als verbunden mit dem menschlichen Selbst. Die Arbeit bietet dem Menschen die Möglichkeit des Selbst- Wachstums und der Selbst-Erweiterung. Da Menschen, das was er in der Arbeit vollbringt, als Teil seines Selbst erlebt, erwartet er sich dafür Anerkennung und Wertschätzung. Die Anerkennung für das geleistete Werk überträgt sich automatisch auf den Schöpfer und löst biologische Prozesse aus. Wobei das Gehalt ein kleiner Teil der sozialen Wertschätzung übernimmt, bei weitem aber nicht ausreicht, um ausreichend zufriedenstellendes Arbeitsklima herzustellen

Soziale Erfahrungen - biologische Antwortreaktionen

Soziale Wertschätzung wird vom Gehirn in eine Aktivierung der Motivations- und Belohnungssysteme verwandelt. So werden soziale Erfahrungen in biologische Antwortreaktionen verwandelt. Aktivierte Motivations- und Belohnungssysteme produzieren Botenstoffe, ohne die es zu einem baldigen physischen und psychischen Zusammenbruch der Arbeitskraft kommen würde. So schließt sich der Funktionskreis Selbst, Arbeit, soziale Resonanz und der biologischen Situation im Körper.

Als sinnlos wahrgenommene Arbeit

Wenn Menschen ihre Arbeit als sinnlos und nicht wertgeschätzt wahrnehmen, entsteht meist eine Entfremdung der Person. Genauso verhält es sich nicht nur sinnlose Arbeit tun zu müssen, sondern auch keine Arbeit zu haben, kann Entfremdung bedeuten. Arbeit ist eine unersetzliche Selbstwert-Ressource des Menschen. Auch dann wenn sie sehr anspruchsvoll erlebt wird, lässt sie uns Nützlichkeit, Sinn und Zugehörigkeit erleben. Sie rhythmisiert unser Leben und vitalisiert unser Selbst.

Zugewinn versus Falle des Selbstwertgewinns?

Einerseits kann durch Arbeit ein wertvoller Zugewinn des Selbstwerts gewonnen werden, jedoch kann dies auch eine Falle sein. Dies betrifft vor allem Menschen, die sich in einem Mangel an Selbst befinden, die mit sich nichts anfangen können (vor allem dann, wenn nichts zu tun ist), entdecken die Arbeit als Selbst -Ersatz und sind in Gefahr, sich darin zu verlieren! Dieser Falle können Arbeitssüchtige nur schwer entkommen. Denn einfach etwas weniger zu tun, würde sie zwingen, ihrem leeren, unerträglichen Selbst zu begegnen.

Gefahr einen Erschöpfungszustand zu erleiden

Das Hamsterrad von Arbeitssüchtigen, die ihr Ersatz-Selbst aufrecht erhalten müssen, dreht sich sehr schnell und ohne Unterbrechung. Meistens bleiben sie auch sehr lange gesund, wenn sie für ihre Selbstausbeutung am Arbeitsplatz regelmäßig und in einem hohen Maße Anerkennung erhalten. Sie brechen erst zusammen, wenn sie eine “Gratifikationskrise” erleiden. D.h., wenn sie die ihnen bis jetzt zuteilgewordene Wertschätzung nicht mehr bekommen. Dann kommt es in erstaunlich kurzer Zeit zu einem gesundheitlichen Einbruch.

Drei Merkmale eines Burn-out-Syndroms

Die drei Merkmale sind: chronischer emotionaler Erschöpfungszustand, der sich auch durch einige Tage Erholung nicht bessert; zweitens ein durch die Betroffenen nicht überwindbarer Widerwillen gegen die Arbeit oder gegen die Menschen, für die man beruflich tätig ist; und drittens verminderter Arbeitseffizienz trotz vermehrtem Arbeitseinsatz.

Die wichtigsten Merkmale einer Depression

Die wichtigsten Merkmale einer Depression sind Verlust des Selbstwertgefühls, Antriebsverlust (Energiemangel), Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, Schlafstörungen mit morgendlichen Früherwachen (meistens zwischen drei und vier Uhr) und Lebensüberdruss. Burn-Out und Depression sollten unterschieden werden, können jedoch ineinander übergehen.

Körper & Psyche

Da der Bewegungsapparat und auch unsere Psyche mittlerweile die höchsten Anteile der Krankenstände haben, ist es ratsam sich um beides gleichermaßen und am Besten gleich um die Verbindung beider zu kümmern.  Denn Burn-Out oder eine daraus entstandene Depression braucht eine fachkundige Begleitung, um herauszufinden welche Selbstanteile dazu geführt haben könnten.

Prävention durch Psychohygiene

Dass es jedoch gar nicht soweit kommt, ist es empfehlenswert regelmäßig Psychohygiene zu betreiben. Diese kann grundsätzlich durch Selbstreflexion stattfinden. Jedoch ist es auch unerlässlich mit kompetenten fachkundigen Personen in Kontakt zu treten und mit dem Gegenüber zu reflektieren. Dies eröffnet mehr Objektivität und neue Einsichten, die alleine nur sehr schwer erfolgen können.

Wertschätzung gegenüber der Mitarbeiter

Die zufriedensten Mitarbeiter in Unternehmen habe ich in den Unternehmen erlebt, die regelmäßig persönlichen Kontakt mit der Führungsebene haben. Die über den Status quo des Unternehmens regelmäßig informiert werden und die von Angeboten des Betrieblichen Gesundheitsmanagements profitieren können. Dies zeigt von Wertschätzung und Achtsamkeit den Mitarbeitern gegenüber und auch einer Ebenbürtigkeit, dass jedes Mitglied dieses Unternehmens ein wertvolles ist, egal welche Tätigkeit es im Unternehmen ausführt. Erst die diversitäre Zusammensetzung und der Einsatz aller, bringt den Erfolg!

Stärkung des Schatzes der Arbeitskräfte

Wodurch kann das Unternehmen nun den wertvollen Schatz ihrer Arbeitskräfte, deren Motivation, deren Wissen und Erfahrung am besten stärken? Wenn die Führungsebene mit den Mitarbeitern regelmäßig in Beziehung tritt und sie Resonanz spüren lässt, unabhängig davon, ob diese anerkennend oder auch einmal kritisch ausfällt. Auch Kritik kann, wenn sie sachlich und respektvoll ausgedrückt wird, Wertschätzung ausdrücken.

Foto: @kazuend

Foto: @kazuend



Partnerschaften: Resonanz, Routine und die Entdeckung des Neuen

Die Frage , welche Form von Partnerschaft überhaupt zeitgemäß ist, hat mich lange beschäftigt. Viele sind jahrelang in einer fixen Beziehung, schweifen Ihren Blick jedoch immer wieder hinaus, um sich anderwertig auch zu präsentieren. J. Bauer hat hier gute psychologische Erklärungen dafür, die mir auch sehr plausibel erscheinen und meine Beobachtungen aus meiner Umgebung wohl bestätigen.

Ausgetauschte Resonanz

Wir gehen mit Menschen in Resonanz, mit manchen mehr und mit manchen weniger bis gar nicht. Mit jemanden in Resonanz zu gehen, ist für uns Menschen eine überaus beglückende Erfahrung. Joachim Bauer beschreibt dies so, dass uns das Gegenüber einen Möglichkeitsraum eröffnet und das in diesen Möglichkeitsraum hineinwachsende Selbst.

Resonanz - die tiefste Sehnsucht des Menschen

Resonanz zu erhalten ist die tiefste Sehnsucht des Menschen. Sie ist neurobiologisch verankert und bildet das Urmotiv für Liebe, Sexualität und Partnerschaft. Nirgendwo zeigt sich die zauberhafte Wirkung der Resonanz derart intensiv wie in Momenten des Flirts, in Phasen frischer Verliebtheit oder dort, wo zwei Menschen in einer gereiften, glücklichen und oft auch sexuell erfüllten Partnerschaft angekommen sind.

Die Phase der Verliebtheit

Der Zauber der Resonanz ergibt sich aus den durch den Partner phantasierten Möglichkeitsräumen. Verliebte sehen im Gegenüber das, was dieses Gegenüber an sich selbst oft noch gar nicht entdeckt hat. Der Möglichkeitsraum öffnet sich dadurch, dass das Gegenüber sich gegenseitig das beschreiben, was aus dem Anderen - und aus ihnen selbst durch den anderen - noch werden könnte.

Entstehung von Visionen

Diese via Resonanz transportierten Visionen sind alles andere als heiße Luft. Sie inspirieren, sie lassen Kräfte wachsen und Entschlüsse reifen, sie verändern den Anderen und verändern die Biologie der Beteiligten

Oft von kurzer Dauer

Warum gewähren jedoch solche Begegnungen oft nur einer kurzer Halbwertszeit?

Gründe dafür sind zum Beispiel:

Keine Gefühle zulassen können: Zur Liebe gehört nicht nur, dass man jemanden liebt und geliebt wird, sondern auch, dass das Selbst zulassen und annehmen kann, geliebt zu werden.

Resonanzroutine anstatt Resonanz: Psyche & Gehirn des Menschen, raffen sich nur dann zu besonderen Leistungen auf, wenn sich neue, unbekannte Aufgaben stellen und es dabei etwas Besonderes zu gewinnen gibt.

Du bist kein “Anderer” mehr, sondern ein Teil von mir: Dieses Phänomen findet sich bei manchen Paaren bis zur Kariktur ausgeprägt, dies betrifft in Wahrheit alle Paare.

Resonanz in langjährigen Beziehungen und die Entdeckung des Neuen

Die vorangegangenen Beschreibungen erklären auch, warum Paare, die schon sehr lange liiert sind, oftmals den Reiz des Neuen immer wieder suchen. Der langjährige Partner an der Seite ist Routine und Stereotyp geworden und man glaubt ihn zu kennen. Da sich jeder Mensch jedoch im Laufe der Zeit verändert, diese Veränderung vor dem Partner aber meist nicht ausgelebt wird, weil man ihn/ sie ja nicht enttäuschen möchte, gibt es den Reiz des Neuen nebenbei und immer wieder in sein Leben zu ziehen, ohne Ernsthaftigkeit.

Routinen und Stereotype - Gift für die Liebe

Die anfangs einer Beziehung weit geöffneten Türen zu den Möglichkeitsräumen der Selbstentfaltung, sich innerhalb der Partnerschaft mit der Zeit und über die Jahre wieder schließen. Der Irrglaube, der sich einstellt, wenn wir länger in einer Beziehung sind, dass wir den anderen bereits durch und durch kennen. Dies ist eine fatale Annahme und würde es begrüßen, wenn es so wäre, denn dann könnte sich der kleine Ökonom in unserem Gehirn Arbeit ersparen. Menschen bleiben jedoch nie so wie sie waren, denn sie unterliegen einem ständigen inneren Umbauprozess.

Routineresonanzen

Meist unterwerfen sich beide dem Stereotyp, da sie den anderen nicht irritieren und wehtun wollen. Die wechselseitigen Resonanzen jedoch, gelten der Person, die man zu Beginn der Bekanntschaft war. Der dort stattfindende Austausch gilt anstatt bereichernder Resonanzen des so erfüllenden Möglichkeitsraumes, einer weniger, und nicht angehend so bereichernden Routineresonanz.

Die Folge - die Neuerkundung anderer Personen

Was passiert dann meist. Anstatt hier innerhalb der Partnerschaft daran zu arbeiten, beginnt zumindest ein Partner sich im Außen wieder neue Resonanzen zu suchen, die ihm wieder Möglichkeitsräume auftun und er/sie wieder in einem Glückszustand versetzt, die ja auch bald wieder erschöpft sind, wenn auch hier wieder die Routine einkehrt und die drei genannten Gründe für eine kurze Halbwertszeit zutreffen.

Weitere Überlegungen dazu sind

Dies genannte gilt nicht nur für Paare sondern für jede zwischenmenschiche Beziehungen. Stereotype sind Gift für Lebendigkeit und Lebensfreude. Sie rauben uns das Staunen gegenüber dem, was uns begegnet.

Eine Übung: werfen sie einen frischen Blick auf einen anderen Menschen, obwohl sie ihn schon längere Zeit kennen, immer wieder einmal so anzusehen, als würde er/sie uns heute zum ersten Mal begegnen. Die falsche Gewissheit abzulegen, man wisse, mit wem man da zusammenlebe, stattdessen einen Menschen immer wieder einmal ganz neu auf sich wirken zu lassen, über ihn zu staunen und ihm eine völlig neue, vorsichtig abtastende Resonanz zurückzuspiegeln, kann eine von Langeweile oder Frustration geprägte Beziehung wiederbeleben.

KONFLIKTE SIND AUCH CHANCEN

Wir können Konflikte zum Anlass nehmen für eine Überprüfung der zwischenmenschlichen Reaktionsroutinen. Konflikte können sehr bereichernd wirken und man kann sich selbst aber auch den anderen dadurch wieder besser kennenlernen und neu entdecken!

Viel Spass bei der Neuentdeckung des vermeintlich “Erkannten”!

Foto: Dan Gold

Foto: Dan Gold


Wieviel Bewunderung braucht ein Mensch?

Wieviel Be-wunder-ung braucht ein Mensch?

Manche Menschen sind sehr gute Selbstdarsteller und wahre Künstler darin, sich immer wieder Bewunderung von anderen Menschen einzuholen. Sie sind darin sehr kreativ und zeigen sich immer von der besten Seite, was sie nicht alles Haben und Sind. Meist ist es ihnen auch egal von wem sie die Aufmerksamkeit bekommen und von wem sie bewundert werden, Hauptsache es geschieht überhaupt! Das Problem dabei ist, dass der, der dazu neigt andere zu bewundern, selbst sehr viel Energie verliert, da der Austausch meist nicht in einem ausgeglichenen Maße vonstatten geht.

Wie merke ich, wenn ich mich in einem defizitären Kontakt befinde?

Das Gegenüber fordert sehr viel Aufmerksamkeit ein, gibt es aber nie im gleichen Maße zurück. So geht einer gestärkt aus dieser Beziehung oder aus einem Treffen, der andere jedoch bleibt eher unterernährt, im Sinne der verminderten Aufmerksamkeit des anderen zurück. Auf Dauer gibt es Energieverlust und ein Ungleichgewicht in Beziehungen entsteht.

Was wäre ein Idealzustand im Kontakt?

Umgeben Sie sich mit Menschen, indem ein Austausch auf gleicher Ebene stattfindet und sie genauso gestärkt, wie ihr gegenüber, vom beiderseitigen Kontakt profitieren.

Lust zu Selbstreflexion?

Neigen sie eher dazu andere zu Bewundern, oder gehören sie eher den Menschen an, die sehr viel Aufmerksamkeit durch Bewunderung anderer brauchen? Merken sie rechtzeitig, bei welchem Kontakt sich danach oder über längere Zeit ein Energieverlust einstellt und durchschauen die Energieräuber?

Übung

Beobachten Sie im Alltag, welche Kontakte auf einer wertschätzenden und achtsamen Basis in ihrem Leben ablaufen und somit nährend und stärkend auf sie einwirken. Welche Kontakte in ihrem Umfeld lassen sie eher oft leer ausgehen, indem sie nur die nötigste Aufmerksamkeit ihres Gegenübers bekommen, grade um sie bei Laune zu halten und den Kontakt aufrecht zu erhalten.

Unbewusste Mechanismen bewusst machen und auflösen

Wichtig ist, dass all diese Mechanismen vielen Menschen nicht bewusst sind, sondern unbewusst ablaufen. Deshalb ist die Selbstreflexion wichtig, um herauszufinden, wo ich mich einordnen kann, um in einen für beide Beziehungspartner erfüllten Austausch zu kommen. Beide Rollen, ob Bewunderer oder Selbstdarsteller sind auf Dauer anstrengend und für alle Beteiligten nachhaltig nicht erfüllend.

Mag. Ursula Fuhrmann - b4business

Dipl. Psychologin & Körpercoach

Foto:Lesly juarez

Foto:Lesly juarez

Laufen aus Leichtigkeit und Freude

Laufen nach der Bodyreflections-Methode!

Am Liebsten laufe ich in den warmen Jahreszeiten am Morgen. Da ist die Luft noch klar und frisch und die Natur noch so unberührt.

Laufen ein Stück Freiheit

Laufen ist immer noch eine beliebte Sportart, was ich gut verstehe. Ich mag es deswegen so gerne, weil es an keine Örtlichkeit gebunden ist, ich kein Sportgerät dazu brauche und ich jederzeit wann und wo ich möchte Bewegung in dieser Art ausführen kann. Ein Stück Freiheit bietet diese Art von Bewegung.

Körperliche und psychische Aktivität

Vor allem wird beim Laufen der ganze Körper aktiviert und durchblutet - von der Zehe bis in die Haarspitzen. Der weitere Vorteil beim Laufen ist, dass nicht nur körperliche Aktivität geschieht, sondern auch geistig können bereichernde Prozesse stattfinden. Beim Laufen können Gedanken vorüberziehen und nach einiger Zeit kann der Kopf frei und die Aufmerksamkeit ausschließlich auf sich selbst gelenkt werden. Hier kann Kreativität entstehen und neue Ideen geboren werden.Meine besten kreativsten Ideen, sind beim Laufen entstanden. Oft verhindern kreisende Probleme, negative Gedanken und zu viel belastende Verantwortung im Alltag, den leichten Fluss der Bewegung. Der Körper fühlt eine gewisse Schwere (unabhängig vom Körpergewicht) und tendiert zum Boden, blockiert den oberen Bereich des Körpers und die Beine fühlen sich schwer und schleppend an. Dann erfordert das Laufen sehr viel Anstrengung und Kraft und Überwindung.

Der körperliche Gebrauch - die Bodyreflections-Methode

Sind die Schultern angespannt, kompensiert der restliche Körper in einer unnatürlichen Art und Weise und erschwert die Laufbewegung. Die Atmung kann demnach nicht mehr frei fließen und der Lauf wird zusätzlich erschwert. Durch eigene Beobachtungen und Erfahrungen habe ich festgestellt, dass zwar die Bewegungsabläufe bei jedem Läufer gleich sind, aber es bei jeder Person etwas anders aussieht. Allgemein ist es empfehlenswert darauf zu achten, dass die Arme frei mitschwingen können. Dafür müssen die Schultern locker und entspannt bleiben. Viele stabilisieren den Körper über die Schultern. Die Stabilität geschieht jedoch etwas tiefer. Das Anspannen der Bauchmuskulatur gibt dem Körper die nötige Freiheit aber auch die nötige Stabilität. Freiheit in dem Sinne, dass Schultern, Hals und Nacken entspannt sein können, die Arme locker aus den Schultergelenken schwingen und der restliche Körper dieser Natürlichkeit im Sinne der Spiraldynamik folgen kann. Die Wirbelsäule sollte durch die Aufrichtung himmelwärts verlängert werden, um eine Stauchung beim Laufen zu vermeiden.

Laufen aus Leichtigkeit und Freude

Laufen aus Leichtigkeit und Freude kann erst dann geschehen, wenn der Fluss der Bewegung in einer natürlichen Art und Weise geschieht und wenn geistige und mentale Blockaden im Sinne von belastenden Gedanken, Sorgen und Probleme aufgelöst werden.

Wie nimmst du Deinen Lauf wahr?

Fließt die Bewegung in Leichtigkeit oder blockierst du dich im Fluss der Laufbewegung?


b4business

Mag. Ursula Fuhrmann

Dipl. Psychologin

Zertifizierte Pilates Trainerin

Founderin von Bodyreflections

Logotherapeutische Beratung i.A.

1130 Wien

office@b4business.at

0664 88 4711 98

 

Ganzheitliche Gesundheit - Biopsychosoziales Wohlbefinden erlangen

Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen. (Präambel zur Verfassung der Weltgesundheitsorganisation, 1946)

Wohlbefinden und mehr

Missstimmungen wie deprimiert sein, Angst und Zorn, stehen oft dem Wohlbefinden im Wege, machen jedoch Wohlbefinden nicht unmöglich. Aber auch die Abwesenheit von Traurigkeit, Zorn und Angst sind auf keinen Fall eine Garantie zum glücklich sein.

Authentische positive Gefühle

Oftmals hören wir “Denk positiv” und manchen fällt dies sehr schwer. Um dieses Konstrukt aufrecht zu erhalten, versuchen wir oft durch äußere Aktivitäten die positiven Gefühle durch “Sensations Gier” zu erzeugen, wie z.B.durch Workoholic, im Extremsport oder durch konsumieren von Konsumgütern. Positiv denken alleine reicht noch nicht, um glücklich zu sein und auch das produzieren von Lustgefühlen durch äußere Umstände nicht, vor allem nicht nachhaltig. Die Hoffnung, dass bessere äußere Umstände Menschen dauerhaft glücklicher machen, wurde widerlegt. Das positive Gefühl muss spürbar, verkörpert und in jeder Zelle gespeichert sein.

Missstimmungen aufdecken und auflösen

Unsere Missstimmungen legen sich wie Schichten über die positiven Gefühle und müssen erst entdeckt und aufgelöst werden. Tief im Unbewussten gespeicherte Ängste, Wut und Zorn und einiges mehr, können lang kontrolliert bzw umgangen und somit gut versteckt im Verborgenen gehalten werden. Dies kostet jedoch sehr viel Energie, um die inneren Dynamiken tief und still zu halten. Um zu authentischen positiven Gefühlen zu kommen, ist nachhaltig die Aufarbeitung unserer unbewussten Dynamiken durch verschiedene Methoden zielführend, um zu einer “echten” positiven Gefühlslage zu kommen.

Positive geistige Gesundheit

Denn positive geistige Gesundheit ist die Präsenz von positiven Gefühlen, von Engagement, von Sinn, von guten Beziehungen und die Präsenz von Leistung und Erfolg. Es bedeutet nicht nur die Abwesenheit mentaler Störungen sondern es bedeutet einen Zustand von Flourishing.

Der Begriff Flourishing

Flourishing ist ein Begriff aus der “Positiven Psychologie” und bedeutet soviel wie Aufblühen. Dies ist ein “Zustand”, bei denen Menschen meist positive Emotionen, psychologische und soziale positive Erfahrungen machen und in einem optimalen menschlichen Umfeld leben. Aufblühen gilt als beschreibendes Maß für die positive psychische Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden des Lebens und umfasst mehrere Komponenten und Konzepte, wie Stärken kultivieren, subjektives Wohlbefinden, Güte, Generativität, Wachstum und Belastbarkeit.

Beeinträchtigung des Körpers über die Psyche

Die Philosophie diskutiert über die Frage der Körper oder die Psyche. In der Psychologie gibt es inzwischen viele viele Studien der Theorie Embodiment aus der Sozialpsychologie, die das belegen. Warum zweifeln viele immer noch daran, dass der Körper Zeichen setzt, wenn die Psyche, der Geist oder unsere Seele nicht in Balance ist. Oft werden fragmentarisch äußere Umstände festgehalten und die Psyche schreit schon längst. Diese schmerzenden Schreie manifestieren sich im Körper. Viele emotionale Zustände können lange kompensiert werden, bis der Körper kleine Zeichen setzt, psychosomatische Beschwerden ohne Diagnose. In späterer Folge, werden meist diese kleinen körperlichen psychosomatischen Beschwerden vom Arzt als Krankheit diagnostiziert.

Die Wirkung des Körpers auf die Psyche

Studien zeigen, dass Menschen die sich in Situationen hilflos ausgeliefert fühlen, gar keinen Glauben daran haben, dass sie durch ihr Einwirken etwas verändern könnten. Sie lassen es über sich ergehen. Prof. Seligman, Begründer der “Positiven Psychologie” geht in seiner Theorie der erlernten Hilflosigkeit davon aus, dass diese erlernte Hilflosigkeit den Körper schwächen kann. Die gegenteilige Annahme ist, ob Selbstwirksamkeit - das Gegenteil der Hilflosigkeit - den Körper stärkt und dass Bewältigungserfahrungen dies ebenso tun? Diese Einsichten wurden in Experimenten mehrmals bestätigt.

Das japanische Konzept “Ikigai”

Das japanische Konzept “Ikigai” bedeutet, dass man etwas im Leben hat, was das Leben lebenswert macht. Dies erinnert mich an die Logotherapie von Viktor Frankl, der mit den Menschen an ihrem Sinn in ihrem Leben oder an der speziellen Situation gearbeitet hat. Auch in der Logotherapie geht es darum, die Sinnhaftigkeit der aktuellen Situation zu erfassen, um die Situation mit positiven Gefühlen verbinden zu können. Zurück zum Konzept des “Ikigai”. Auch hier wurde in japanischen Studien herausgefunden, dass die Verbindung zwischen Optimismus durch das Erkennen seines Lebens-Wertes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Verbindung gibt. Die Schlußfolgerung daraus ist, dass Optimismus stark mit einem Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist. Dies trifft auch zu, wenn die traditionellen Risikofaktoren wie Rauchen, Fettleibigkeit, Alkoholkonsum, hohe Cholesterinwerte und Blutdruck konstant gehalten werden und auch wenn Depression, empfundener Stress und momentane positive Gefühle bereinigt werden. Großer Optimismus schützt die Menschen - Pessimismus im Vergleich schadet.

Optimisten sind weniger anfällig auf Krankheiten?

Warum ist das so, dass Optimisten weniger anfällig auf Krankheiten sind? Deshalb weil Optimisten aktiv werden, sie Handeln und wagen einen Versuch. Optimisten verfügen oft über ein reichhaltigers Netzwerk als unglückliche Menschen und erfahren dadurch mehr soziale Unterstützung. Je mehr Liebe erfahren wird, desto weniger gibt es Krankheit. John Cacioppo fand heraus, dass einsame Menschen deutlich kränker und öfter krank sind als gesellige Menschen. Auch die biologischen Mechanismen von Optimisten werden positiv beeinflusst. Bei einer Blutuntersuchung wurden bei Optimisten die weißen Blutkörperchen* in einer höheren Anzahl vorgefunden als bei Pessimisten.

Eine Übung zum Nachmachen und zu mehr Wohlbefinden gelangen:

2. Übung: “Was gut gelaufen ist”-Übung

Wir denken zuviel darüber nach, was in unserem Leben schiefght, und zu wenig üer das, was gut läuft. Manchmal ist es zwar sinnvoll unglückliche Ereignisse zu analysieren, um daraus zu lernen und in Zukunft zu vermeiden. Trotzdem neigen die Menschen dazu, mehr Zeit auf das Nachdenken über die schlechten Dinge im Leben zu verwenden. Dies bereitet oft Angst und Depression, wenn die Ausrichtung ausschließlich auf die negativen Ereignisse gelegt wird.

Denke öfter daran, was gut gelaufen ist in deinem Leben und genieße sie. Nimm dir in den folgenden Wochen jeden Abend , bevor du ins Bett gehst, zehn Mitnuten Zeit für diese Übung.

Schreiben Sie drei Dinge auf, die heute gut gelaufen sind und warum sie gut gelaufen sind. Entweder in einem Tagebuch oder im Computer. Wichtig ist, dass eine greifbare Aufzeichnung vorhanden ist. Die drei Dinge müssen nicht weltbewegend wichtig sein. zum Beispiel “Mein Freund hat heute tagsunter an mich gedacht und hat mich angerufen.” Stelle dir dann die Frage: “Warum?” Die Antwort zum Beispiel könnte sein “Weil er meine Stimme hören wollte.” usw.

Darüber zu schreiben, warum die positiven Ereignisse in Ihrem Leben geschehen sind, mag sich zuerst seltsam anfühlen, aber bleiben Sie eine Woche lang dabei. Es wird immer leichter werden. Es ist wahrscheinlich, dass Sie nach etwa sechs Monaten geradezu süchtig nach dieser Übung sind und weniger deprimiert und glücklicher .

Viel Spass dabei!

Foto:Annie Spratt

Foto:Annie Spratt

*die sogenannten T-Lymphozyten, welche eine Infektion bekämpfen



Mag. Ursula Fuhrmann

Dipl. Psychologin

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Founderin von Bodyreflections

Logotherapeutische Beratung i. A.

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Wohlbefinden steigern durch die Elemente der "Positiven Psychologie"

Immer wieder fällt mir in letzter Zeit auf, dass in Gesprächen mit Menschen es immer wieder um Probleme und Sorgen geht. Wenige sprechen über ihre positiven Erlebnisse im Alltag. Letzte Woche hatte ich Besuch aus Deutschland und wir ertappten uns in einem Gespräch selbst, dass wir die negativen Unterschiede zwischen Deutschen und Österreichern besprochen haben. Nach kurzer Zeit fiel es uns unangenehm und stellten fest, dass wir doch besser die Vorteile beider Nationalitäten besprechen sollten. Wir änderten das Gespräch in die positive Richtung und daran hatten wir dann beide richtigen Spaß.

Erfolg wird meist mit hoher Anstrengung verbunden

Positiv wird erst etwas erwähnt, wenn es ein Gewinn oder einen Pokal gibt oder eine besondere Auszeichnung erhielt, die mit viel Kraft und Aufwand verbunden war. Je größer die Anstrengung etwas zu erwerben, desto positiver wird es bewertet. Die Latte für einen erwähnenswerten Erfolg wird sehr hoch gelegt, die Latte für den Misserfolg sehr tief angesiedelt ist. Obwohl jeder weiß, dass negative Gedanken auch negative Situationen und Erlebnisse anziehen, sind wir oft in dieser Negativspirale gefangen.

Wohlbefinden als Erfolg des Alltags

Wie wäre es, wenn wir positives als Ziel unserer Kommunikationen wählen würden. Ohne übertriebene Ausrufe „mir geht es so super“ oder „alles wunderbar“, sondern in einer authentischen Art und Weise positive Worte zu wählen und positive Erlebnisse wiederzugeben, in uns und unseren Mitmenschen gegenüber. Laut „Positiver Psychologie“ ist durch Verstärkung von positiven Gefühlen, Engagement, Sinn, positiven Beziehungen und Erfolg  - Wohlbefinden zu fördern. Kein einzelnes Element definiert das Wohlbefinden, aber jedes trägt dazu bei. Einige Aspekte der fünf Elemente werden subjektiv durch Selbsteinschätzung (positive Gefühle und Engagement) gemessen, doch andere sind durchaus objektiv messbar.

Sinn – eines der fünf Elemente der Positiven Psychologie

In der Theorie des Wohlbefindens gehört die Sinnfrage zu den fünf Elementen. Menschen entwickeln mehr Wohlbefinden dann, wenn sie einen Sinn in ihrem Leben finden. Viktor Frankl widmete sich in seiner Logotherapie umfassend der Sinnfrage. Ein sinnvolles Leben besteht darin, zu einer Sache, die größer ist als das Ich, zu gehören und ihr zu dienen. Also in der Sache selbst aufgehen, eintauchen und sich außerhalb des Selbst für eine Sache zu engagieren. V. Frankl geht davon aus, dass es noch mehr gibt als unser Körper und unsere bisherigen Erfahrungen und Erlebnisse. Etwas, das in uns ist, aber noch nicht erfahrbar und für uns noch unsichtbar. Das wir uns vor allem nicht als Opfer fühlen, sondern wir in jedem Augenblick und jeder Phase unseres Lebens einen Sinn finden und entdecken können. Somit sind wir Schöpfer und nicht Opfer unserer gegenwärtigen Umstände.

Positive Beziehungen –eines der fünf Elemente der Positiven Psychologie

In der Sozialpsychologie gibt es sehr viele Studien die belegen, dass wir soziale Wesen sind. Wenn wir Beziehungen bekleiden, die gut und uns zuträglich sind, ist das das höchste Glück in unserem Leben. Prof. Christopher Peters, einer der Väter der Positiven Psychologie wurde gefragt, worum es in der Positiven Psychologie gehe. Er antwortete: „um andere Menschen.“ Eine Studie die ich durchführte besagte, dass jemanden anderen unterstützen, für jemanden etwas tun, glücklicher macht als ein neues Bad oder eine neue Wohnzimmereinrichtung. Auch mit anderen Menschen auf Urlaub fahren und Dinge erleben, bleiben länger als freudiges Ereignis bestehen als gekaufte materielle Dinge, die bald wieder in Vergessenheit geraten. Ein Professor an der Stony Brook University erzählte, dass wenn seine Mutter sah, dass er als junger Bursche schlechte Laune hatte, dann pflegte sie zu sagen: “Du siehst angefressen aus. Warum gehst du nicht los und hilfst jemanden?“ Dies wurde in vielen empirischen Studien gründlich belegt, dass eine freundliche Haltung anderen gegenüber zur Steigerung des eigenen Wohlbefindens beiträgt.

Eine Übung zum Nachmachen und zu mehr Wohlbefinden gelangen:

  1. Übung: Die Freundlichkeitsübung

Lassen sie sich morgen eine völlig unerwartete Freundlichkeit einfallen und tun Sie es einfach. Beachten Sie, was dann mit Ihrer Stimmung passiert.

Aller Anfang ist leicht

Beginnen sie schon morgen mit der 1. Übung aus der “Positiven Psychologie”. Jeden Tag ist der richtige Augenblick etwas Neues auszuprobieren und zu ergründen! Veränderungen im positiven Sinne zu sehen und in einer positiven Grundstimmung zu leben. Ist doch einen Versuch wert?

Mag. Ursula Fuhrmann

b4business e.U.


Foto: Unsplash

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Oh du lieber Rücken und die Bodyreflections©-Methode

Durch die vielen Sendungen der letzten Tage (Ö1 und Stöckl) über eine unserer Volkskrankheiten des Rückens, wurde ich inspiriert und motiviert wieder einen Blog zu schreiben.

Schon bekanntes!

Bei all den Informationen und Diskussionen höre ich nichts Neues. Dass Bewegung sehr wichtig ist und dass man sich bei Schmerzen behandeln lässt durch den Arzt, Massagen oder Physiotherapie, das ist ja wohl bekannt. Dass man Muskeltraining betreiben sollte, ist auch nichts Neues. Aber manchmal kann Muskeltraining auch zu viel sein, sodass der Körper in seiner natürlichen Art und Weise sich auszurichten blockiert wird. Muskeltraining an den falschen Stellen kann ebenfalls zu einem Einmischen in eine natürliche Körperhaltung führen.

Selbst produzierte Beschwerden durch “falschen” Einsatz des Körpers

Aus meiner 12 - jährigen Erfahrung mit meinen Kunden im Pilates Training und dem Wissen aus der Sozialpsychologie und der Forschung von Embodiment habe ich dahingehend viel  beobachtet und erfahren. Bloß das alleinige Training, die alleinige Behandlung bringt keine nachhaltigen Veränderungen, sondern ein immer wieder reparieren der Beschwerden, ob psychosomatisch oder schon diagnostisch. Dies alles kennen wir schon und wissen, dass unsere Muskeln unser Wirbelsäulenskelett stützt und dass bei an gezüchtete Verspannungen - Massagen Erleichterung bringen. Aus meiner eigenen Geschichte weiß ich, dass das alleine nicht reicht, um nachhaltig Beschwerde Linderung oder sogar im besten Fall Beschwerde Freiheit zu erzielen. Denn Rückenschmerzen müssen nicht sein!

Nachhaltige Beschwerde Erleichterung oder Beschwerde Freiheit! WIE?

Das Besondere an meiner Methode Bodyreflections© ist, dass man sich alltägliche Gewohnheiten und Muster des körperlichen Einsatzes bewusst macht und ein Selbsthilfewerkzeug in die Hand bekommt diese in einer natürlichen Form zu korrigieren. Z.B. die Sitzhaltung am Schreibtisch durch Sitz- und Bewegungsanalysen. Viele sitzen den ganzen Tag in einem Hohlkreuz, weil diese Gewohnheit als ganz normal angesehen wird. Hier gibt es 8 Stunden am Tag und noch darüber hinaus, Druck in der Wirbelsäule und der ganze Körper kompensiert und versucht an anderen Stellen wieder auszugleichen. Viele spannen die Schultern ständig an, hierbei züchtet man sich selbst Verspannungen im Nacken - und Schulterbereich und die Beweglichkeit ist an diesen Stellen eingeschränkt. Weiteres habe ich  in der Praxis bei Mitarbeitern in Unternehmen eine Oberkörper Vorlage beobachtet, die sie  in einer aufrechten Sitzposition einnehmen, ohne es zu wissen. Eine Oberkörper Vorlage aktiviert Aufregung und Herzflattern ohne dass im Außen überhaupt eine Stresssitutation noch zu sehen ist. Eine normale Korrektur durch den Verstand, kommt nie in ein natürliches Lot, der Kopf kann das nicht wissen. Mit der Bodyreflections©-Methode gibt es eine “effiziente” natürliche Sitzposition, die durch zwei Direktiven der Alexander-Technik erreicht werden kann. Der Körper kommt in eine natürliche Aufrichtung mit einem inneren Plan und die Oberkörper Vorlage berichtigt sich von selbst.

Die menschlichen Krücken der Industrie und die Stuhlhersteller

Viele versuchen sich an ergonomischen Stühlen und bringen immer wieder ganz tolle und sehr teure Bürostühle auf den Markt.  Ich habe schon sehr viele gesehen, jedoch sind sie nicht immer sehr vorteilhaft und das ist sehr milde ausgedrückt. Wir haben Stühle, die unseren Körper von allen Seiten unterstützen. Sie drücken uns in ein Hohlkreuz, die Kopfstütze drückt den Kopf nach vorne, sodass ein Knick und Druck in der Halswirbelsäule entsteht. Dann gibt es noch Armlehnen, die unsere Arme hochdrücken und die Schultern damit automatisch hochdrücken und auch dort eine innere Anspannung passiert. Super!  Rundherum unterstützt sein ist gut, wenn ich schon Schmerzen habe. Wenn ich keine habe, ist es empfehlenswert seinen Körper selbst zu organisieren und zu  tragen.

Vorbeugend üben und sich selbst tragen

Jeder wird bemerken, dass er durch bloßes freies aufrechtes Sitzen, schon Muskeltraining an den richtigen Stellen betreibt. Der Körper wird plötzlich aktiv, wenn wir nicht von rundherum unterstützt werden. Ist es nicht oft im täglichen Leben auch oft so? Wenn ich alles habe und rundherum eingebettet und verwöhnt werde, habe ich selten Motivation irgendetwas noch auf die Beine zu stellen, oder mich für irgendetwas einzusetzen. Dem Körper geht es genauso. Wofür sollte er Muskeln anspannen, wenn der Stuhl ihn trägt?

Ganzheitliche Methode Bodyreflections©

Meine Methode ist jedoch nicht nur ein Körperprogramm, sondern  steht in Verbindung mit unserer Psyche. Die Sitzhaltung bzw. unsere Körperhaltung in einer natürlichen Form, kann Menschen in mehr Bewusstheit, in  mehr Achtsamtkeit bringen und vor allem in mehr Selbstverantwortung und Selbstfürsorge. Aber vor allem sind die Menschen motivierter, klarer und zeigen nach einiger Zeit des Praktizierens eine höhere Konzentrationsfähigkeit.

Intelligentes Betriebliches Gesundheitsmanagement

Ich habe schon einige Unternehmen begleitet und einige nicht! Die nicht mit mir arbeiteten bieten in ihrer Betrieblichen Gesundheitsabteilung z.b. Zumba Kurse oder sonstige FUN Geschichten an.

Aus meiner Sicht ist die Aufgabe des Betrieblichen Gesunhdeitsmanagements, nicht die Bespassung der Mitarbeiter zu übernehmen, oder gar verantwortlich für deren Gesundheit zu sein. Sondern für mich dient das Betriebliche Gesundheitsmanagement zur Unterstützung der Mitarbeiter - zu lernen in weiterer Folge auf sich selbst zu achten und in Eigenverantwortung für die persönliche Gesundheit zu sorgen. Und das Unternehmen bietet den Rahmen dafür. So wird es eine WIN WIN Situation zwischen Unternehmer und Mitarbeiter.

Die innovative Methode - Bodyreflections©

Falls Sie mehr über die Methode erfahren möchten und auch wie Sie in Ihrem Unternehmen zum Einsatz kommen kann, kontaktieren Sie mich gerne!

Zielgruppe und Möglichkeiten

Die Methode ist für Einzelpersonen als Eigenbedarf oder für Physiotherapeuten und Masseure als Weiterbildung gedacht, aber ebenso für Unternehmen, wo viele Mitarbeiter im Back Office beschäftigt sind. Vor allem für die Unternehmen, die durch Verminderung von Krankenständen und Kuraufenthalte Gelder in diesem Bereich einsparen möchten. Aber auch für Führungskräfte ist die Methode sehr unterstützend und hilfreich!

Bitte entnehmen Sie meine Angebote für Unternehmen unter dementsprechenden Link. Auf meine Referenzen sind dort zu sehen! https://www.b4business.at/offer

Ich freue mich über Ihre Kontaktaufnahme!

Mag. Ursula Fuhrmann

Office@b4business.at

0664 88 4711 98



Psychologie für den Alltag - Passive Aggression

Aggression - aktuelles Thema in den Medien

Da in den Medien aggressive Handlungen gerade sehr aktuell sind, stellt es sich die Frage, wie kann ich selbst präventiv vorbeugen bzw. erkennen oder erahnen, wenn ich selbst oder in Beziehungen davon betroffen bin? Gibt es eine Vermutung in die Richtung, ist es aus meiner Sicht ratsam auf jeden Fall rechtzeitig professionelle Unterstützung durch Psychologen oder Psychotherapeuten in Anspruch zu nehmen.

Passive Aggression - eine Persönlichkeitsstörung

Heute möchte ich die passive Aggression vorstellen, die öfter vorkommt als man denkt. Meist sind es Menschen, die immer freundlich und nett sind, sie jedoch in unbewusster Art und Weise ihre Aggressionen kanalisieren, um sie nicht offen kommunizieren und zeigen zu müssen.

Passive Aggression - ein unbewusstes Verhaltensmuster

Die passive Aggression ist ein Verhaltensmuster, welches meist verdeckt in Beziehungen zu finden ist.  Ein passiv-aggressiver Mensch ist nach außen hin ein sehr liebevoller, sich kümmernder Mensch. Es ist ihm wichtig als freundlich, sympathisch und nett von anderen Menschen wahrgenommen zu werden. Er wirkt meist sehr bemüht und wird von Außenstehenden oft als ein sehr beliebter und zugewandter Partner erlebt.

Passiv-aggressive Menschen in Beziehung

In Beziehung jedoch fühlen sich diese Personen bald überfordert oder missverstanden. Sie verhalten sich in späterer Folge trotzköpfig, das an pubertierende Jugendliche erinnert. Es häufen sich Reaktionen, die nicht aggressiv wirken, jedoch versteckt zutage kommen. Meist kleine Dinge, die den Partner jedoch mit der Zeit mürbe machen. Z. b. kann es sein, dass der passiv-aggressive Beziehungspartner verspätet nach Hause kommt und völlig überrascht ist, dass der Partner sauer ist. Dazu findet er hundert Ausreden, dass er vorher den abendlichen Termin erwähnt hätte, während der verärgerte Partner nichts davon gewusst hat. Auch kann es immer wieder vorkommen, dass er Wissen nicht weitergibt und seinen Partner so quasi “auflaufen” lässt uvm.

Nicht offen legen der eigenen Aggressionen - eben verdeckt

Um seine Aggressionen nicht offenzulegen, wird er zu einem mobbenden Partner. Wobei der Unterschied darin liegt, dass die passiv-aggressive Person den Prozess nicht “absichtlich” injiziert, im Gegensatz zur mobbenden Person, sondern seiner passiven-aggressiven Persönlichkeitsstörung unterliegt. Im Untergrund der Persönlichkeit jedoch brodelt es. Die nicht endgültig zu unterdrückenden “negativen “ Gefühlen, die genauso wie positive Gefühle, zu jedem Menschen gehören, müssen sich neue Bahnen suchen. Oft hört man bei der Befragung von Nachbarn und Freunden von Amokläufern, dass sie ihn als freundlichen, ruhigen und netten Menschen wahrgenommen haben.

Wer ist meist davon betroffen?

Meist sind Personen davon betroffen, die ihre Aggression in ihrer Vergangenheit stets unterdrücken mussten und ihre Wutgefühle nie offen leben durften. Dadurch konnten sie nicht lernen, auch mit ihren negativen Gefühlen adäquat umzugehen. Daher haben sie im Erwachsenenalter ihre Wut- und Aggressionsgefühle nicht im Griff, und werden für gewöhnlich als freundliche Menschen erlebt. In Beziehung zeigt sich das Verhalten des passiv-aggressiven Partners seinem Partner gegenüber bockig und pubertär und es gibt keine Möglichkeit sich auf der erwachsenen Ebene auszutauschen.

Einschätzung der passiv-aggressiven Verhaltensweisen

Hier ist eine kurze allgemeine Beschreibung der Persönlichkeitsstörung wiedergegeben. Die Einschätzung wie hoch die Tendenz dazu ist, ist für einen Laien schwierig und auch gefährlich falsche Diagnosen zu stellen. Wir alle handeln manchmal passiv-aggressiv, weil wir in dem Moment einem Streit aus dem Weg gehen möchten. Ein Mensch, der sich nur ab und zu dieses Verhaltens bedient, wird zugeben können, dass er eigentlich aus Wut gehandelt hat. Eine passiv-aggressive Person hingegen, spürt seine Wut nicht bewusst. Er glaubt tatsächlich, überhaupt nicht aggressiv zu sein. Im Gegenteil, er ist davon überzeugt, keine derart negativen Gefühle zu haben. Dabei ist es tatsächlich so, dass er sich leicht von anderen verletzt fühlt, und überzeugt ist, dass diese bewusst etwas gegen ihn gemacht haben.

Prävention für jeden Einzelnen

In Bezug auf die aktuellen Themen in den Medien, empfehle ich, achtsam in seiner eigenen Umgebung zu sein und sich Unterstützung und Rat bei Psychologen oder Psychotherapeuten zu holen, um im gegebenen Fall die Situation richtig einschätzen zu können bzw. um zu sehen wie am Besten mit der aktuellen Situation umgegangen werden kann. Im Falle kann eine Partnerschaft, oder auch jede andere Bindung, die unter der passiven Aggression einer Person leidet, dauerhaft belastet werden. Auch für den Partner ohne Persönlichkeitsstörung ist es schwierig hier richtig zu reagieren und cool zu bleiben, da man normalerweise auf Freundlichkeit hin nicht böse sein kann und die subtilen Bösartigkeiten nicht offensichtlich sind. Daher ist es für den Partner auch sehr verwirrend, sodass es dann bald sein kann, dass dieser an seinen Werten zu zweifeln beginnt. Somit ist eine Partnerschaft sehr ausweglos. Wenn nicht rechtzeitig gehandelt wird, bleiben mindestens zwei verstörte Personen zurück.

Mag. Ursula Fuhrmann, Dipl. Psychologin

PRAXIS1130, Sommerergasse 15/10, 1130 Wien

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