Wohlbefinden steigern durch die Elemente der "Positiven Psychologie"

Immer wieder fällt mir in letzter Zeit auf, dass in Gesprächen mit Menschen es immer wieder um Probleme und Sorgen geht. Wenige sprechen über ihre positiven Erlebnisse im Alltag. Letzte Woche hatte ich Besuch aus Deutschland und wir ertappten uns in einem Gespräch selbst, dass wir die negativen Unterschiede zwischen Deutschen und Österreichern besprochen haben. Nach kurzer Zeit fiel es uns unangenehm und stellten fest, dass wir doch besser die Vorteile beider Nationalitäten besprechen sollten. Wir änderten das Gespräch in die positive Richtung und daran hatten wir dann beide richtigen Spaß.

Erfolg wird meist mit hoher Anstrengung verbunden

Positiv wird erst etwas erwähnt, wenn es ein Gewinn oder einen Pokal gibt oder eine besondere Auszeichnung erhielt, die mit viel Kraft und Aufwand verbunden war. Je größer die Anstrengung etwas zu erwerben, desto positiver wird es bewertet. Die Latte für einen erwähnenswerten Erfolg wird sehr hoch gelegt, die Latte für den Misserfolg sehr tief angesiedelt ist. Obwohl jeder weiß, dass negative Gedanken auch negative Situationen und Erlebnisse anziehen, sind wir oft in dieser Negativspirale gefangen.

Wohlbefinden als Erfolg des Alltags

Wie wäre es, wenn wir positives als Ziel unserer Kommunikationen wählen würden. Ohne übertriebene Ausrufe „mir geht es so super“ oder „alles wunderbar“, sondern in einer authentischen Art und Weise positive Worte zu wählen und positive Erlebnisse wiederzugeben, in uns und unseren Mitmenschen gegenüber. Laut „Positiver Psychologie“ ist durch Verstärkung von positiven Gefühlen, Engagement, Sinn, positiven Beziehungen und Erfolg  - Wohlbefinden zu fördern. Kein einzelnes Element definiert das Wohlbefinden, aber jedes trägt dazu bei. Einige Aspekte der fünf Elemente werden subjektiv durch Selbsteinschätzung (positive Gefühle und Engagement) gemessen, doch andere sind durchaus objektiv messbar.

Sinn – eines der fünf Elemente der Positiven Psychologie

In der Theorie des Wohlbefindens gehört die Sinnfrage zu den fünf Elementen. Menschen entwickeln mehr Wohlbefinden dann, wenn sie einen Sinn in ihrem Leben finden. Viktor Frankl widmete sich in seiner Logotherapie umfassend der Sinnfrage. Ein sinnvolles Leben besteht darin, zu einer Sache, die größer ist als das Ich, zu gehören und ihr zu dienen. Also in der Sache selbst aufgehen, eintauchen und sich außerhalb des Selbst für eine Sache zu engagieren. V. Frankl geht davon aus, dass es noch mehr gibt als unser Körper und unsere bisherigen Erfahrungen und Erlebnisse. Etwas, das in uns ist, aber noch nicht erfahrbar und für uns noch unsichtbar. Das wir uns vor allem nicht als Opfer fühlen, sondern wir in jedem Augenblick und jeder Phase unseres Lebens einen Sinn finden und entdecken können. Somit sind wir Schöpfer und nicht Opfer unserer gegenwärtigen Umstände.

Positive Beziehungen –eines der fünf Elemente der Positiven Psychologie

In der Sozialpsychologie gibt es sehr viele Studien die belegen, dass wir soziale Wesen sind. Wenn wir Beziehungen bekleiden, die gut und uns zuträglich sind, ist das das höchste Glück in unserem Leben. Prof. Christopher Peters, einer der Väter der Positiven Psychologie wurde gefragt, worum es in der Positiven Psychologie gehe. Er antwortete: „um andere Menschen.“ Eine Studie die ich durchführte besagte, dass jemanden anderen unterstützen, für jemanden etwas tun, glücklicher macht als ein neues Bad oder eine neue Wohnzimmereinrichtung. Auch mit anderen Menschen auf Urlaub fahren und Dinge erleben, bleiben länger als freudiges Ereignis bestehen als gekaufte materielle Dinge, die bald wieder in Vergessenheit geraten. Ein Professor an der Stony Brook University erzählte, dass wenn seine Mutter sah, dass er als junger Bursche schlechte Laune hatte, dann pflegte sie zu sagen: “Du siehst angefressen aus. Warum gehst du nicht los und hilfst jemanden?“ Dies wurde in vielen empirischen Studien gründlich belegt, dass eine freundliche Haltung anderen gegenüber zur Steigerung des eigenen Wohlbefindens beiträgt.

Eine Übung zum Nachmachen und zu mehr Wohlbefinden gelangen:

  1. Übung: Die Freundlichkeitsübung

Lassen sie sich morgen eine völlig unerwartete Freundlichkeit einfallen und tun Sie es einfach. Beachten Sie, was dann mit Ihrer Stimmung passiert.

Aller Anfang ist leicht

Beginnen sie schon morgen mit der 1. Übung aus der “Positiven Psychologie”. Jeden Tag ist der richtige Augenblick etwas Neues auszuprobieren und zu ergründen! Veränderungen im positiven Sinne zu sehen und in einer positiven Grundstimmung zu leben. Ist doch einen Versuch wert?

Mag. Ursula Fuhrmann

b4business e.U.


Foto: Unsplash

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