Ganzheitliche Gesundheit - Biopsychosoziales Wohlbefinden erlangen

Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen. (Präambel zur Verfassung der Weltgesundheitsorganisation, 1946)

Wohlbefinden und mehr

Missstimmungen wie deprimiert sein, Angst und Zorn, stehen oft dem Wohlbefinden im Wege, machen jedoch Wohlbefinden nicht unmöglich. Aber auch die Abwesenheit von Traurigkeit, Zorn und Angst sind auf keinen Fall eine Garantie zum glücklich sein.

Authentische positive Gefühle

Oftmals hören wir “Denk positiv” und manchen fällt dies sehr schwer. Um dieses Konstrukt aufrecht zu erhalten, versuchen wir oft durch äußere Aktivitäten die positiven Gefühle durch “Sensations Gier” zu erzeugen, wie z.B.durch Workoholic, im Extremsport oder durch konsumieren von Konsumgütern. Positiv denken alleine reicht noch nicht, um glücklich zu sein und auch das produzieren von Lustgefühlen durch äußere Umstände nicht, vor allem nicht nachhaltig. Die Hoffnung, dass bessere äußere Umstände Menschen dauerhaft glücklicher machen, wurde widerlegt. Das positive Gefühl muss spürbar, verkörpert und in jeder Zelle gespeichert sein.

Missstimmungen aufdecken und auflösen

Unsere Missstimmungen legen sich wie Schichten über die positiven Gefühle und müssen erst entdeckt und aufgelöst werden. Tief im Unbewussten gespeicherte Ängste, Wut und Zorn und einiges mehr, können lang kontrolliert bzw umgangen und somit gut versteckt im Verborgenen gehalten werden. Dies kostet jedoch sehr viel Energie, um die inneren Dynamiken tief und still zu halten. Um zu authentischen positiven Gefühlen zu kommen, ist nachhaltig die Aufarbeitung unserer unbewussten Dynamiken durch verschiedene Methoden zielführend, um zu einer “echten” positiven Gefühlslage zu kommen.

Positive geistige Gesundheit

Denn positive geistige Gesundheit ist die Präsenz von positiven Gefühlen, von Engagement, von Sinn, von guten Beziehungen und die Präsenz von Leistung und Erfolg. Es bedeutet nicht nur die Abwesenheit mentaler Störungen sondern es bedeutet einen Zustand von Flourishing.

Der Begriff Flourishing

Flourishing ist ein Begriff aus der “Positiven Psychologie” und bedeutet soviel wie Aufblühen. Dies ist ein “Zustand”, bei denen Menschen meist positive Emotionen, psychologische und soziale positive Erfahrungen machen und in einem optimalen menschlichen Umfeld leben. Aufblühen gilt als beschreibendes Maß für die positive psychische Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden des Lebens und umfasst mehrere Komponenten und Konzepte, wie Stärken kultivieren, subjektives Wohlbefinden, Güte, Generativität, Wachstum und Belastbarkeit.

Beeinträchtigung des Körpers über die Psyche

Die Philosophie diskutiert über die Frage der Körper oder die Psyche. In der Psychologie gibt es inzwischen viele viele Studien der Theorie Embodiment aus der Sozialpsychologie, die das belegen. Warum zweifeln viele immer noch daran, dass der Körper Zeichen setzt, wenn die Psyche, der Geist oder unsere Seele nicht in Balance ist. Oft werden fragmentarisch äußere Umstände festgehalten und die Psyche schreit schon längst. Diese schmerzenden Schreie manifestieren sich im Körper. Viele emotionale Zustände können lange kompensiert werden, bis der Körper kleine Zeichen setzt, psychosomatische Beschwerden ohne Diagnose. In späterer Folge, werden meist diese kleinen körperlichen psychosomatischen Beschwerden vom Arzt als Krankheit diagnostiziert.

Die Wirkung des Körpers auf die Psyche

Studien zeigen, dass Menschen die sich in Situationen hilflos ausgeliefert fühlen, gar keinen Glauben daran haben, dass sie durch ihr Einwirken etwas verändern könnten. Sie lassen es über sich ergehen. Prof. Seligman, Begründer der “Positiven Psychologie” geht in seiner Theorie der erlernten Hilflosigkeit davon aus, dass diese erlernte Hilflosigkeit den Körper schwächen kann. Die gegenteilige Annahme ist, ob Selbstwirksamkeit - das Gegenteil der Hilflosigkeit - den Körper stärkt und dass Bewältigungserfahrungen dies ebenso tun? Diese Einsichten wurden in Experimenten mehrmals bestätigt.

Das japanische Konzept “Ikigai”

Das japanische Konzept “Ikigai” bedeutet, dass man etwas im Leben hat, was das Leben lebenswert macht. Dies erinnert mich an die Logotherapie von Viktor Frankl, der mit den Menschen an ihrem Sinn in ihrem Leben oder an der speziellen Situation gearbeitet hat. Auch in der Logotherapie geht es darum, die Sinnhaftigkeit der aktuellen Situation zu erfassen, um die Situation mit positiven Gefühlen verbinden zu können. Zurück zum Konzept des “Ikigai”. Auch hier wurde in japanischen Studien herausgefunden, dass die Verbindung zwischen Optimismus durch das Erkennen seines Lebens-Wertes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Verbindung gibt. Die Schlußfolgerung daraus ist, dass Optimismus stark mit einem Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist. Dies trifft auch zu, wenn die traditionellen Risikofaktoren wie Rauchen, Fettleibigkeit, Alkoholkonsum, hohe Cholesterinwerte und Blutdruck konstant gehalten werden und auch wenn Depression, empfundener Stress und momentane positive Gefühle bereinigt werden. Großer Optimismus schützt die Menschen - Pessimismus im Vergleich schadet.

Optimisten sind weniger anfällig auf Krankheiten?

Warum ist das so, dass Optimisten weniger anfällig auf Krankheiten sind? Deshalb weil Optimisten aktiv werden, sie Handeln und wagen einen Versuch. Optimisten verfügen oft über ein reichhaltigers Netzwerk als unglückliche Menschen und erfahren dadurch mehr soziale Unterstützung. Je mehr Liebe erfahren wird, desto weniger gibt es Krankheit. John Cacioppo fand heraus, dass einsame Menschen deutlich kränker und öfter krank sind als gesellige Menschen. Auch die biologischen Mechanismen von Optimisten werden positiv beeinflusst. Bei einer Blutuntersuchung wurden bei Optimisten die weißen Blutkörperchen* in einer höheren Anzahl vorgefunden als bei Pessimisten.

Eine Übung zum Nachmachen und zu mehr Wohlbefinden gelangen:

2. Übung: “Was gut gelaufen ist”-Übung

Wir denken zuviel darüber nach, was in unserem Leben schiefght, und zu wenig üer das, was gut läuft. Manchmal ist es zwar sinnvoll unglückliche Ereignisse zu analysieren, um daraus zu lernen und in Zukunft zu vermeiden. Trotzdem neigen die Menschen dazu, mehr Zeit auf das Nachdenken über die schlechten Dinge im Leben zu verwenden. Dies bereitet oft Angst und Depression, wenn die Ausrichtung ausschließlich auf die negativen Ereignisse gelegt wird.

Denke öfter daran, was gut gelaufen ist in deinem Leben und genieße sie. Nimm dir in den folgenden Wochen jeden Abend , bevor du ins Bett gehst, zehn Mitnuten Zeit für diese Übung.

Schreiben Sie drei Dinge auf, die heute gut gelaufen sind und warum sie gut gelaufen sind. Entweder in einem Tagebuch oder im Computer. Wichtig ist, dass eine greifbare Aufzeichnung vorhanden ist. Die drei Dinge müssen nicht weltbewegend wichtig sein. zum Beispiel “Mein Freund hat heute tagsunter an mich gedacht und hat mich angerufen.” Stelle dir dann die Frage: “Warum?” Die Antwort zum Beispiel könnte sein “Weil er meine Stimme hören wollte.” usw.

Darüber zu schreiben, warum die positiven Ereignisse in Ihrem Leben geschehen sind, mag sich zuerst seltsam anfühlen, aber bleiben Sie eine Woche lang dabei. Es wird immer leichter werden. Es ist wahrscheinlich, dass Sie nach etwa sechs Monaten geradezu süchtig nach dieser Übung sind und weniger deprimiert und glücklicher .

Viel Spass dabei!

Foto:Annie Spratt

Foto:Annie Spratt

*die sogenannten T-Lymphozyten, welche eine Infektion bekämpfen



Mag. Ursula Fuhrmann

Dipl. Psychologin

Pilates Trainerin - Körpercoach

Founderin von Bodyreflections

Logotherapeutische Beratung i. A.

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